Wie alles begann…

Das Focke-Museum ist als Bremer Landesmuseum aus der Zusammenlegung des Gewerbemuseums und des Historischen Museums entstanden. Benannt ist es nach dem Gründer des Historischen Museums, dem Senatssyndikus Johann Focke.


Daten zur Geschichte



1873

Die Technische Anstalt für Gewerbetreibende wird unter der Leitung von Architekt August Heinrich Töpfer gegründet. Es handelt sich dabei um eine Kunstgewerbeschule mit angeschlossener Modell- und Mustersammlung. 1884 erhält das Institut den Namen „Gewerbe-Museum“



1880

Ratssyndikus Johann Focke beginnt in Privatinitiative Gegenstände zur Kulturgeschichte Bremens zu sammeln.



1900

Im Kreuzgang des ehemaligen Katharinenklosters werden die von Focke zusammengetragenen Sammlungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies ist die eigentliche Geburtsstunde des Historischen Museums.



1915

Das ehemalige Altenheim in der Großenstraße wird dem Historischen Museum nach umfangreichen Umbaumaßnahmen zur Verfügung gestellt. Die Sammlungen werden nun auf 2700 m² Ausstellungsfläche, nach thematischen Aspekten geordnet, in großer Dichte präsentiert.



1918

Zum 70. Geburtstag Fockes, am 8. Juni 1918, erhält das Museum seinem Gründer zu Ehren den Namen Focke-Museum für bremische Altertümer. 1919 legt Focke die stets ehrenamtlich ausgeübte Leitung des Museums aus gesundheitlichen Gründen nieder. Drei Jahre später stirbt er.



1923

Der Germanist und Kunsthistoriker Julius Schwietering wird als erster Fachwissenschaftler für rund zwei Jahre Direktor des Historischen Museums.



1924

Zusammenlegung von Gewerbemuseum und Historischem Museum. Das Gebäude in der Großenstraße wird wegen Umbaumaßnahmen geschlossen.

Ernst Grohne, Kulturhistoriker, übernimmt die Leitung des Focke-Museums. Herausragend wie seine publizistische Tätigkeit ist sein Engagement für die Ur- und Frühgeschichte, das sich seit 1931 in intensiven Grabungsaktivtitäten manifestiert.



1927

Nach dreijährigem Umbau wird das Gebäude in der Großenstraße mit den zusammengeführten Beständen beider Museen mit neuem Ausstellungskonzept wiedereröffnet. Im Gegensatz zu den Gewerbemuseen anderer Städte ist die Bremer Kunstgewerbesammlung vorrangig regionalhistorisch ausgerichtet und erweist sich als ideale Ergänzung zu den Exponaten des Focke-Museums.



1939

Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schließt Grohne das Museum und beginnt die Exponate in dreißig verschiedenen Orten außerhalb der Stadt auszulagern. Durch diese rechtzeitige Auslagerung können fast die gesamten Museumsbestände gerettet werden.



1944

Nachdem das Museumsgebäude 1942 schwer getroffen wurde, wird es zwei Jahre später durch Bomben vollständig zerstört.



1953

Nach Kriegsende erhält das Focke-Museum eine erste Ausstellungsfläche im Gut Riensberg.



1953

Der Kunsthistoriker Werner Kloos wird Nachfolger Ernst Grohnes. Er leitet das Museum bis 1974.



1964

Nach fünfjähriger Bauphase wird der Neubau des Focke-Museums, der erste Neubau eines Landesmuseums nach dem Krieg, auf dem Gelände des Gutes Riensberg eröffnet. Der Darmstädter Architekt Heinrich Bartmann hatte einen deutlich vom dänischen Museum Lousiana inspirierten Entwurf umgesetzt, der, von Leichtigkeit und Transparenz geprägt, sich großzügig zur umgebenden Natur öffnet. Die Ausstellung ist nach stilgeschichtlichen Epochen gegliedert. Sonderabteilungen bilden die Ur- und Frühgeschichte und die Schifffahrtsgeschichte.

Haus Mittelsbüren wird auf das Gelände des Focke-Museums versetzt.



1970

Die Oberneulander Windmühle wird als Baudenkmal und Außenstelle des Focke-Museums übernommen.



1974

Eine aus Tarmstedt stammende Scheune wird auf dem Gelände des Focke-Museums aufgestellt.



1975

Die Volkskundlerin Rosemarie Pohl-Weber wird neue Direktorin des Focke-Museums. Während ihrer Amtszeit bis 1989 intensiviert sie die Zusammenarbeit mit Schulen. Ihre museumspädagogische Arbeit setzt Maßstäbe.



1983

Die Ausstellungen in Haus Riensberg mit den Schwerpunkten bürgerliche Wohnkultur und Mode werden umgestaltet. Als besonderes Ensemble wird Heinrich Vogelers Zimmer einer jungen Frau eingebaut. Die neu gestaltete Spielzeugausstellung Kinderleben – Kinderspiel widmet sich auch sozial-historischen Fragestellungen.



1991

Der Volkskundler Jörn Christiansen wird Direktor des Focke-Museums. Er ist bis 2008 im Amt und verändert das Museum nachhaltig im Sinne einer ästhetischen und thematischen Neuorientierung.



1994

Haus Mittelsbüren erhält eine neue Dauerausstellung, in deren Mittelpunkt die Geschichte des Hauses selbst steht.



1995

Der bis dahin gastronomisch genutzte Eichenhof wird zum Ausstellungsgebäude der Ur- und Frühgeschichte.



1998

Das Haupthaus wird nach einer Sanierung mit einer neuen Dauerausstellung wiedereröffnet. Diese ist auf die Geschichte Bremens konzentriert. Ihre chronologische Erzählstruktur stellt die originalen Objekte in den Zusammenhang von Technik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Die Fläche für Sonderausstellungen kann auf das Doppelte vergrößert werden.



2003

Das Schaumagazin wird eröffnet. Über 8.000 Exponate, die früher in Museumsdepots versteckt waren, werden in einer originellen Ordnung zur Schau gestellt. Es ist in einem vom Bremer Architekten Gert Schulze entworfenen kubusförmigen Bau mit Kupferbekleidung untergebracht.



2005

Haus Riensberg wird nach einer baulichen Sanierung mit neuem Ausstellungskonzept wieder eröffnet. Mode, Keramik und Glaskunst werden in eine chronologische Darstellung bremischer Wohnkultur integriert und lassen so Epochenbilder entstehen. Das neue Kindermuseum präsentiert die Spielzeugsammlung auf erweiterter Fläche.



2008

Die Volkskundlerin Frauke von der Haar übernimmt die Leitung des Focke-Museums.



2011

Nach einer Sanierung des Eichenhofs erhält die ur- und frühgeschichtliche Ausstellung ein neues innovatives Konzept. Die Wissenswerkstatt Archäologie ist nach wissenschaftlichen Methoden gegliedert und vermittelt Arbeitsweisen der Archäologie.



2013

Das Haupthaus wird saniert. Es erhält eine neue Klimaanlage, zudem werden Außenwände und das Dach isoliert, der Brandschutz erneuert und Teile der Magazine instand gesetzt.



2018

Haus Riensberg eröffnet nach einem umfangreichen Vitrinenschaden mit einer neuen Vitrinenpräsentation.



Stadtgeschichte

Stadtgeschichte

Wohnkultur und Glaskunst

Wohnkultur und Glaskunst

Schaumagazin

Schaumagazin

Wissenswerkstatt Archäologie

Wissenswerkstatt Archäologie

Kindermuseum

Kindermuseum

Landleben

Landleben

Vom Korn zum Brot

Mühle

Seenotkreuzer Paul Denker

Seenotkreuzer