Januar 2021

Das Focke-Museum, Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte erhält 200.000 Euro aus Bundesmitteln. Mit der Förderung aus dem Programm „Investitionen in nationale Kultureinrichtungen in Deutschland“, das bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters angesiedelt ist, wird das Museum Objekte aus dem Schaumagazin digitalisieren.

Mit dem Projekt „Zeitreisen“ möchte das Focke-Museum ausgewählte Objekte aus dem Schaumagazin digitalisieren und sie Bürger*innen, insbesondere aber Schüler*innen über die Lernplattform itslearning zur Verfügung stellen. Das Schaumagazin des Focke-Museums ist aufgrund seiner assoziativen, emotionalen Ordnungsstruktur von herausragender, bundesweiter Bedeutung. Es zeigt 8.000 Objekte, die nach „A wie Anfangen“ bis „Z wie Zu Grabe tragen“ geordnet sind. Dabei ergeben sich oft überraschende Bezüge. Als es 2003 eröffnet wurde, war es eins der ersten derartigen Projekte bundesweit. Insbesondere für Schulklassen ist der didaktische Sammlungszugang vorbildhaft.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, außerschulische Lernorte digital zugänglich zu machen. „Zeitreisen“ schafft einen innovativen digitalen Lernort, der das Potential hat, digitalen und analogen Museumsraum zu verbinden. Die ortsunabhängige Zurverfügungstellung von kulturgeschichtlichen Objekten aus der Geschichte des Landes Bremen bietet die Chance einer zukünftigen, bundesweiten Verknüpfung im digitalen Raum, mit vergleichbaren regionalgeschichtlichen Museen und des Sammelns im Verbund, wie es die deutschen Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft bereits seit einigen Jahren als Zukunftskonzept diskutieren. Mittelfristig wird dies zu weiteren Synergieeffekten und Qualitätssteigerungen auch in die Breite des deutschen Museumswesens führen.

Im Rahmen des Projekts werden insbesondere Objektgruppen betrachtet, die heute als eindeutig rassistisch gelten. Das Museum beherbergt im Schaumagazin eine große Menge solcher Objekte mit Kolonialbezügen, z.B. zum Tabak- und Kaffee-Handel, für den die Freie Hansestadt Bremen einst europäische Metropole war. Hier wird das Museum sowohl analog als auch digital einen diskriminierungsfreien Zugang ermöglichen.