So 17. Mrz 11:30

Erich Kästner: der patentierte Musterknabe als politischer Satiriker

Lesung mit Musik aus der Reihe Capriccioso

Sonderausstellung

Steljo Eleftherakis

„Es gibt nichts Gutes außer man tut es.“

Der weltberühmte Kinderbuchautor. Der „verbrannte Dichter“ in der inneren Emigration, der Bonvivant, der Moralist, der Pazifist, der sich selbst als „Urenkel“ der Aufklärung beschrieb. Der Meister der bitter-süßen Verse und ein Satiriker, wie es nur wenige in Deutschland gab.

Erich Kästner, ein hochintelligentes und sensibles Kind, nannte sich selbst einen „patentierten Musterknaben“. Die emotional kalte Beziehung seiner Eltern prägt seine Kindheit. Sie ist ein „Drama mit drei Personen, letzter Akt und Höhepunkt: Weihnachten, Hauptdarsteller: ein kleiner Junge“. Eine schwere Bürde sind die Selbstmordversuche seiner Mutter, zu der er eine starke Bindung hatte, traumatisch auch seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg als „Primaner in Uniform“.

Kästner, ein tapferer Pazifist, trauriger Spötter und sarkastischer Satiriker, verstand sich als Aufklärer und Moralist nach dem Vorbild von Gotthold Ephraim Lessing. Er ergriff Partei, ohne Mitglied einer Partei zu sein, fand seine Themen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Im Dritten Reich gehörte Kästner zu den „verbrannten Dichtern“, dennoch emigrierte er nicht. Seinen Standpunkt formulierte er in Versform: „Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen. Mich lässt die Heimat nicht fort. Ich bin wie ein Baum, der – in Deutschland gewachsen – wenn’s sein muss, in Deutschland verdorrt“.

Es liest  Steljo Eleftherakis; für die musikalische Begleitung sorgen Peter Dahm (Saxophon) & Martin Kratzsch (Klarinette)

In Kooperation mit der Kultur.Werkstatt.Westend

Kosten: 12 €, 10 €