Fr 29. Nov 19:00

Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!

Lesung mit Ferda Ataman in der Reihe "Wer sind wir?"

Vortragsreihe "Wer sind wir?"

Die Art, wie wir über Migration, Geflüchtete und Integration reden, zeigt: Wir haben ein Wahrnehmungsproblem.
Wir tun so, als könnten wir ernsthaft entscheiden, ob wir Migranten im Land haben wollen oder
nicht, und wenn ja, wie viele wir davon vertragen. Das ist Blödsinn. Sie sind längst da – und ein Teil des
»wir«. Die Vorstellung von einer »weißen« Aufnahmegesellschaft, in die Migranten reinkommen, ist eine Art
deutsche Lebenslüge, sagt Ferda Ataman. Wie viele andere Deutsche, die mit einem ausländischen Namen
aufgewachsen sind, reißt ihr langsam der Geduldsfaden. Sie hat es satt, dauernd erklären zu müssen, wo sie
eigentlich herkommt, wie sie zu Erdogan steht oder was sie vom Kopftuch hält. Nur wegen ihres Namens
oder des Geburtslandes ihrer Eltern. In ihrer pointierten Streitschrift stellt Ataman fest: »Wir haben ein
Demokratieproblem, kein Migrationsproblem. ABER: Wir sind weltoffener, als wir denken. Also Schluss mit
Apokalypse.«

Ferda Ataman (Jahrgang 1979) ist Publizistin und arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Migration und
Integration. Seit 2018 schreibt sie die Heimatkunde-Kolumne bei Spiegel Online. Sie ist Vorsitzende der
Initiative »Neue deutsche Medienmacher«, der größten bundesweiten Vereinigung von Medienschaffenden
aus Einwandererfamilien. Und sie ist Sprecherin der »neuen deutschen organisationen«, einem bundesweiten
Zusammenschluss von Vereinen und Initiativen, die sich gegen Rassismus und für Vielfalt in der
Gesellschaft einsetzen. Ferda Ataman lebt in Berlin.

4 €
Keine Reservierung, Kartenvorverkauf an der Museumskasse.

Im Rahmen der Migrant*innentage In Kooperation mit dem Kulturzentrum Lagerhaus