ostergeschenke

Seit ihrer Grundschulzeit bemalte die heutige Künstlerin Astrid Brandt jedes Jahr zu Ostern ein Zwerg- oder Junghennenei als Geschenk für ihre Mutter Luise Brandt. Bis zu deren Tod im Jahr 2018 kamen so 50 Eier zusammen, von denen 44 noch erhalten sind. 37 davon sind ab sofort bis zum Muttertag am 12. Mai im Haus Riensberg zu sehen.

Astrid Brandt kam 1963 in Bremen zur Welt und wuchs in Grolland auf. 1982 nahm sie ein Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig auf, das sie 1989 als Meisterschülern von Prof. Malte Sartorius abschloss. Seitdem ist sie als freischaffende Zeichnerin tätig und hat sich auf graphische Techniken, vor allem die Bleistiftzeichnung spezialisiert. Einmal im Jahr jedoch griff sie seit 1968 dennoch zu Pinsel und Farbe und kreierte ein Osterei für ihre Mutter.

Die Eier zeigen die künstlerische Entwicklung Astrid Brandts. Zunächst sind es erkennbar Kindermalereien, die noch etwas ungelenk auf das Ei gebracht wurden. Doch schon nach wenigen Jahren sieht man das Werk einer Künstlerin vor sich, die sich auf filigrane Zeichnungen und hintergründigen Bildwitz versteht. So bringt sie 1990 ein Picknick aufs Ei, 1998 Spiegeleier mit Tomaten und Speck und 2007 eine Unterwasserwelt mit Makrele, Hai und Tintenfisch. Ihre Eier versteht Astrid Brandt nicht als Kunstwerke, sondern als eine „kunsthandwerkliche Besonderheit, die in heutiger Zeit ihres Gleichen sucht.“

Die Ostereier kommen als Schenkung ins Focke-Museum. „Meine Mutter wünschte sich sehr, dass ihre Sammlung in einem Bremer Museum aufbewahrt wird. Ich freue mich, dass ich ihrem Wunsch entsprechen kann.“