März 2021

Mit dem Projekt „Neuausrichtung des Focke-Museums“ will das Bremer Landesmuseum seinen national bedeutenden und unter Denkmalschutz stehenden Museumsbau erweitern und den Anforderungen an moderne Museumsangebote anpassen. Das Haupthaus des Focke-Museums, das in den 1960er-Jahren vom Darmstädter Architekten Heinrich Bartmann realisiert wurde, gilt als herausragendes Beispiel der klassischen Moderne. Ziel der Erweiterung ist es, die Besucherinnen und Besucher mehr einzubeziehen, eine bessere Barrierefreiheit zu erlangen sowie einen wirtschaftlicheren Betrieb mit mehr Flexibilität für die Zukunft zu erreichen.  

Die Gesamtkosten des Vorhabens werden mit 10,2 Millionen Euro kalkuliert. Dazu steuert der Bund knapp 4,6 Millionen Euro bei. Die verbleibenden 5,6 Millionen Euro sollen von der Freien Hansestadt Bremen und privaten Geldgebern getragen werden.

Um diese Ziele mit baulichen Mitteln zu erreichen, hat das Focke-Museum mit fachlicher Unterstützung durch den Senator für Kultur, von Immobilien Bremen sowie dem Bremer Bauressort einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Bauliche Zielvorgaben für die „Neuausrichtung Focke-Museum Bremen“ waren dabei erstens die gesamte Ausstellungsfläche durch Überdachung von zwei Innenhöfen denkmalgerecht zu erweitern (circa 500 qm) sowie zweitens die Eingangssituation mit einem größeren Foyer, einem neuen Multifunktionsraum und einem Café zu ergänzen (rund 400 qm). Diese neu gewonnenen Flächen sollen u. a. einer Bürgerforum-Funktion dienen und eine gastronomische Nutzung ermöglichen.

Am 25. März 2021 haben die Jurymitglieder unter Vorsitz von Prof. Dr. Claus Anderhalten (Architekt Berlin), Verena Borgmann (Senator für Kultur), Prof Dr. Anna Greve (Direktorin Focke-Museum), Volker Hach (Immobilien Bremen), Michael Hindenburg (Architekt, Bremen), Prof. Irene Lohaus (Landschaftsarchitektin, Hannover), Oliver Platz (Präsident der Architektenkammer Bremen), Prof. Dr. Iris Reuther (Senatsbaudirektorin), Prof. Dr. Georg Skalecki (Leiter des Landesamts für Denkmalpflege), Stefan Storch (Vorsitzender der Verein von Freunden des Focke-Museums), Kay Markus Trottnow (Geschäftsbereich Bundesbau beim Senator für Finanzen) die drei besten Entwürfe prämiert. Danach erhält den ersten Preis, dotiert mit 10.000 Euro, der Entwurf von Springer Architekten, Berlin. Der Entwurf von MLZD, Berlin  kommt auf den zweiten Platz (8.000 Euro), der dritte Preis in Höhe von 6.000 Euro geht an Temperaturas Extremas Arquitectos, Madrid.

Alle Entwürfe finden Sie hier.



Mit dem Siegerentwurf behält das Focke-Museum in seiner Ausrichtung auf den Stadtraum Unter den Eichen sein Gesicht und wird durch ein Bürgerforum im Park ergänzt. Die historische Eingangssituation bleibt mit dem Entwurf vollkommen erhalten, was aus denkmalpflegerischer Sicht als sehr positiv bewertet wird. Neben dem Eingangsbereich entsteht ein neues, filigranes und zugleich funktionales Gebäude für Café und Multifunktionsraum. Die Hofüberdachung zur Gewinnung neuer Ausstellungsflächen erscheint in ihrer Formensprache und Materialität typisch „Bremisch“.

Stiftungsratsvorsitzende und Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz: „Ich danke allen an diesem Verfahren Beteiligten, die mit großem Einsatz und fundierter Expertise diesen Planungswettbewerb professionell durchgeführt haben. Das Ergebnis ist überzeugend und damit kann es jetzt in die Planungsumsetzung gehen. Mein Dank geht auch an die Mitglieder der Freunde des Focke Museums, sich auch mit privaten Zuwendungen einzubringen. Nur mit den Beiträgen aller Beteiligten ist diese Investition zu stemmen. Ich freue mich, dass die Sammlungsausstellung nun ergänzt und erstmals die jüngste Bremer Geschichte dargestellt werden kann. Das Focke-Museum wird dadurch für die Besucherinnen und Besucher noch interessanter.“

Mit Blick auf das Wettbewerbsergebnis stellen Senatsbaudirektorin Prof. Iris Reuther und Landeskonservator Prof. Georg Skalecki gemeinsam fest: „Mit dem Wettbewerbssieger wird ein sehr stimmiger Entwurf ausgezeichnet, der für die wesentlichen Aspekte der Wettbewerbsaufgabe architektonisch gelungene und in Bezug auf das Denkmal sehr angemessene Antworten gefunden hat.“

Prof. Dr. Anna Greve: „Mit der Auswahl des Architekturentwurfs sind wir einen entscheidenden Schritt weiter auf dem Weg zum neuen Focke-Museum. Unser Ziel ist es, Museum und Bürgerforum eng zusammenzudenken. Deshalb freuen wir uns außerordentlich, einen so qualitätsvollen Entwurf für die Erweiterung der Ausstellungsfläche und den Anbau für das Bürgerforum ausgewählt zu haben.“

Im Anschluss an den Wettbewerb und unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichtes startet nun das Verhandlungsverfahren mit den drei Preisträgern. Nach Abschluss dieses Verhandlungsverfahrens erhält einer der Preisträger den Zuschlag zur Realisierung des Bauvorhabens. Die bauliche Umsetzung soll im ersten Quartal 2024 beginnen und bis zum zweiten Quartal 2025 abgeschlossen sein. An die reine Bauzeit schließt sich noch die Ausstellungseinrichtung an. Des Weiteren sind infolge der Erweiterung um das Foyer und den Multifunktions- und Cafébereich auch noch Teile der Freianlagen umzugestalten. Denn Architektur und Landschaftsarchitektur sind beim Focke-Museum weiterhin untrennbar miteinander verknüpft und müssen auch im Bereich der geplanten Gebäudeweiterung gut miteinander interagieren.